I’VE JUST BEEN TRANSLATED INTO GERMAN!

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A couple of weeks ago I had an email (in English) from a gentleman named Stefan Braun, who asked very politely if he could republish a post of mine, in translation, in a German blog of his own.   The post which initially caught his attention was “Why Meditate?”   But after an exchange of emails, during which I assured him that being republished in Germany would be a great pleasure to me, I further suggested his women readers, and perhaps some of the men too, might also be interested in the post with which I introduced this blog in November 2013, “Why Blog About Getting Old?” (In addition, this first post is now on the TGOB home page as a Page, altered only to reflect my being a year older.)  He enthusiastically agreed.

And here it is at last!  My debut in German!  This is so exciting! (Even if I can barely make out a word of it, despite having written the original!) What’s more, there’s a comment, and an answer from Stefan.  Of course, now I’m beginning to fantasize about being translated into French and/or Italian and/or Spanish, and/or even Russian (my name would look good in Cyrillic letters) if there are blogs for the elderly in those languages, and if the editor of one of them is looking for an off-the-wall contributor like me.  [Awful lot of “if”s there, Nina.]

But I mustn’t be greedy. Especially since I was recently reminded of Icarus, who trusted his wax wings and flew too close to the sun. Look what happened to him.  (See “A Glorious Day Guess Where,” if you forgot.)

So for now I append below only the published text from Morgenschoen Blog (whatever excitements in other languages may follow in the far future).  I know that Trina, who reads TGOB in North Germany is perfectly bilingual.  Perhaps some others of you are, too.  If so, would you mind casting an eye over “Warum Uber das Altwerden Bloggen?” and let me know if it more or less sounds like me? I suspect I may be hard to translate, but who knows?  Many thanks.  Back to English again next time!

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 Warum über das Altwerden bloggen?

08.05.2015 Stefan Braun 2 Kommentare

von Nina Mishkin

Ich wurde 1931 geboren. Somit bin ich 83 Jahre alt.

Das hört sich schrecklich an, sogar für mich. Wenn ich über 83-jährige Frauen in der Zeitung lese, dann stelle ich mir immer eine klapprige Person mit weißem Haar vor, in gebückter Haltung aufgrund Ihrer Osteoporose, die womöglich einen Rollator braucht, um sich im Haus bewegen zu können. Eine Person, die definitiv längst Haarefärben, Make-Up und Jeans aufgegeben hat.

Ich habe solche Sachen noch nicht aufgegeben. Meinen Haaransatz betrachtend, würde ich zu Salz und Pfeffer tendieren. Aber keiner wird meine Haaransätze zu sehen bekommen, außer mir und Aziz, meinem genialen Frisör.

Die meiste Zeit meines Lebens war ich ein Stubenhocker. Doch im Februar 1999, als ich 67 Jahre alt war und sehr übergewichtig, fing ich an, jeden Morgen vor der Arbeit zum Fitnesscenter zu gehen (Ja, das war schwer), und ich war dann auch irgendwann alles andere als übergewichtig. Dem Fitnesscenter bin ich jetzt nicht mehr so treu, aber ich habe neulich mit Pilates zwei Mal die Woche angefangen. (Nicht gerade brilliant, aber irgendwo muss man ja anfangen).

Es ist wohl wahr – in den letzten 20 Jahren bin ich 5 cm geschrumpft, gemessen an den 1,73 m, die ich einmal gemessen habe. Obwohl, das Schrumpfen hat wohl alle Proportionen eingeschlossen. Denn manchmal, wenn ich eine Sonnenbrille trage, werde ich noch auf der Straße mit Fräulein angesprochen. (Ich finde es gut – was meinen Sie?)

Eigentlich bin ich gar nicht so eine oberflächliche Person.

Ich weiß, dass Aussehen nicht alles ist, aber in den meisten Fällen, ist das eine Lüge. Zeitlich gesehen, befinde ich mich schon im 9. Jahrzehnt und Teile von mir sind wirklich nicht mehr die, die sie einmal waren.

Meine beiden Augen haben schon künstliche Linsen bekommen, denn ansonsten hätte mein grauer Star mir vor neun Jahren meine Fahrerlaubnis gekostet. Auch habe ich eine künstliche rechte Hüfte.

Ich habe Bluthochdruck und nehme dafür schon Tabletten, seit dem ich 40 bin, und ich lebe seit 1969 mit Hepatitis C , die ich durch eine Bluttransfusion bekommen habe. …

Kardiologen haben mir schon vergewissert, dass meine Herzkranzgefäße blockieren können. Ein Spezialist hat auch schon von einem Herzklappenaustausch gesprochen, und auch über weitere Sachen, aber das möchte ich gar nicht weiter ausführen. Auf jeden Fall waren Herzprobleme auch der Grund für den Tod meines Vaters. Er wurde gerade einmal 84. Meine Mutter ist mit 89 an Darmkrebs gestorben. Ich komme eher nach meinem Vater, darf mich aber trotzdem regelmäßiger Darmspiegelungen erfreuen. Also, wenn ich mich nicht gerade wieder wie ein Vogelstrauß benehme, komme ich mir doch schon so vor, als ob ich in einer Blase lebe, die plötzlich platzen kann.

Und wenn ich so auf mein langes Leben blicke, einige meiner Bekannten sind so nett und betiteln es als „buntes Leben“, weiss ich, das ich große Teile einfach vergeudet habe.

Ich war eine Tagträumerin und eine Wegläuferin, fast immer unzufrieden mit meiner Lebenssituation. Eine Perfektionistin, die gar nicht erst anfing, wenn ich weniger als perfekt in der Sache war. Ich bin jemand, der durch das Leben gewandelt ist, nur um mich und später mich und meine Kinder, am Rande eines Schwarzen Loches zu finden – alles nur aus lauter Trägheit.

Natürlich gab es auch Aufregendes, so wie das Kennenlernen eines neuen Mannes, der „der Richtige „ sein könnte. Im Gegensatz zu meinen Kindern enttäuschten mich die Männer fast immer und hinterließen nur ein paar Erinnerungen.

„ Si la jeunesse savait, si l´age pouvait – wenn Jugend wüsste, wenn Alter könnte“

Der Mann, der mein erster Ehemann werden sollte – am Ende war er nicht „der Richtige“, aber da er nicht mehr unter uns ist, kann ich auch über ihn schreiben – hatte einen Aschenbecher in seiner Wohnung stehen. Dieser Aschenbecher hat mich beeindruckt, denn darauf war ein französischer Spruch geschrieben. Dort war zu lesen „ Si la jeunesse savait, si l´age pouvait.“ („wenn Jugend wüsste, wenn Alter könnte“). Ich war 21 und, obwohl ich den Aschenbecher wegen seines alt-europäischen Charmes mochte, wusste ich nicht, was damit gemeint war. Ich dachte, ich wüsste alles.

Mit 83 jedenfalls, und mit den vielen Wissenslücken, die ich mit 21 auch schon hatte, habe ich doch schon begriffen, was der Aschenbecher mir sagen wollte. Man soll das Leben jetzt erobern, jetzt lieben. Man soll das Leben um sich herum erobern, so gut wie man kann und so lange wie man kann, denn früher oder später geht es zu Ende. Und einen zweiten Versuch gibt es nicht.

Somit versuche ich genau das jetzt, bevor die Blase platzt, und ich stelle mich dem unbekannten Bösen und blogge wie die Dinge so passieren. Mit all meinen contra-produktiven Eigenarten. Ja, ich bin immer noch ein Tagträumer, und es kommt mir vor, trotz all meines Wissens über meinem Zustand, dass ich noch alle Zeit der Welt habe. Daran muss ich wohl noch arbeiten.

Aber das ist auch das Gute an der Sache. Ich bin alt genug, um mich daran zu erinnern, dass das Freud’sche Mantra, Liebe und Arbeit die Lösung für alle Probleme war. Altwerden eingeschlossen.

Vielleicht ist es auch so. Schauen wir mal…

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Originaltitel: “Why blog about getting old?” Aus dem Englischen von Stefan Braun

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Über Nina Mishkin:

Nina Mishkin ist eine pensionierte Bostoner Anwältin und lebt im Moment in Prinston, New Jersey. Sie liest, schreibt und manchmal veröffentlicht ihr Sachen. Sie tagträumt, treibt Sport (nicht so oft wie sie sollte), und versucht mit Ihren zwei Söhnen und ihren 4 Enkeln in Kontakt zu bleiben ( klappt auch nicht so gut wie es sein sollte).

Normalerweise sieht sie die meiste Zeit das Glas a halbvoll, trotz der Tatsache, dass es so vorkommt, als ob sie und das 21. Jahrhundert immer weiter auseinanderdriften.

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Besuchen Sie gern Nina auf Ihren Blog: The Getting Old Blog

Nina Mishkin´s Beitrag „Warum meditieren?“ erscheint demnächst auf diesem Blog.
2 Gedanken zu “Warum über das Altwerden bloggen?”

Maria
09.05.2015 um 17:19
Was für eine interessante Frau. Da bin ich gespannt, welche Geschichten noch folgen werden.

Antworten
Stefan Braun
09.05.2015 um 17:30
Liebe Maria,
Erst einmal, freuen wir uns riesig, dass Sie unseren Blog gefunden haben. Wir sind auch sehr froh darüber, dass wir Frau Mishkin gefunden haben. Und es warten wirklich noch ein paar witzige Geschichten auf Übersetzung und Veröffentlichung. Schauen sie doch gern wieder herein, oder, falls Sie Facebook nutzen, befreunden Sie uns auf unser Morgenschoen-Seniorenservice-Facebookseite und wir halten Sie immer auf dem Laufenden.

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